Die öffentlichen Verkehrsmittel in der Bundesrepublik funktionieren im Vergleich mit anderen Ländern gut, haben aber auch jede Menge Herausforderungen zu bestehen. Dabei geht es nicht einfach nur um den Kampf mit der Konkurrenz wie beispielsweise Uber in den Innenstädten oder dem Fernbus bei Überlandfahrten. Auch die eigentliche wirtschaftliche Aufstellung des Nahverkehrs gehört überprüft und viele Bürger fragen, ob Steuern wirklich gerechtfertigt sind, wenn es staatsnahes Unternehmen wie die Deutsche Bahn weder im Sommer noch im Winter hinbekommt, halbwegs pünktlich zu seyn.

Hohe Preise und Kosten

In einigen Städten ist selbst eine Kurzstrecke über wenige Stationen mit Bus und Bahn recht teuer. Dauerkarten sind beliebt, aber auch nicht für alle Kunden die richtige Wahl und beim Zugfahren schlagen die hohen Preise erst richtig durch! Bei der Deutschen Bahn gibt es nur Ermäßigungen auf möglichst frühe Buchungen, was jeder spontanen Planung zuwiderläuft oder aber man muss sich über die Ochsentouren mittels Personennahverkehr viele Stunden durchs Land quälen. Kein Wunder, dass gerade beim Fernverkehr die Fernbusse reüssieren. Diese sind schließlich pünktlich, zumindest in der Regel, weit preiswerter als vergleichbare Angebote bei der Bahn und bieten dazu auch noch Komfort, der sich in den nicht selten überheizten oder unterkühlten Zügen höchstens noch in der 1. Klasse finden lässt.

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Dazu kommt aber auch der Umstand, dass öffentliche Verkehrsmittel subventioniert werden müssen, im Schnitt mit ca. 40 Prozent der laufenden Kosten! Und trotzdem kommt der Zug zu spät, sind die Busse dreckig und die S-Bahn sowieso, was immer wieder das gesamte Modell des Personenverkehrs auf den Prüfstand stellt. Seit vielen Jahren steigen aufgrund Umweltbewusstsein und technischer Entwicklung die Nutzerzahlen, doch in nicht wenigen Bereichen agieren öffentliche Verkehrsmittel und deren Betreiber immer noch wie Unternehmen des 19. Jahrhunderts.

Was tun für Image und Umsatz?

Fachleute, Politiker und andere Experten zum Thema legen regelmäßige Vorschläge auf den Tisch, um die Verkehrsmittel aufzupeppen und fit zu machen für die Aufgaben der Zukunft. Eine veränderte Demographie, die Urbanisierung oder auch die Digitalisierung im Bereich von Bezahlsystemen, Reiseplanung und Buchung stehen dabei im Fokus.

Öffentliche Verkehrsmittel müssen deshalb:

– mit einem Evaluierungssystem versehen werden, das eine klare Beurteilung von Service und Personal erlaubt

– betriebswirtschaftlicher arbeiten und dabei die Dienstleistung verbessern

– in moderne, komfortabler Transportsysteme investieren

– sich eingängig vernetzen und so dem Bürger eine flexible, selbst bestimmte Planung ermöglichen

– Kosten – Nutzen Modelle entwickeln, die durchschaubar und fair ausgestaltet sind.

In der Auseinandersetzung mit den Herausforderungen unserer Zeit werden die öffentlichen Verkehrsmittel Wege und Ideen versuchen müssen, die heute vielleicht noch undenkbar scheinen. Die intelligente Vernetzung von Stadt und Verkehr durch digitale Steuerung ist eine großartige Möglichkeit, um künftig den Bürger bequem und preiswert zu transportieren und um zugleich die Umwelt wie auch die urbane Entwicklung zu schonen.