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Die deutschen Innenstädte sind immer noch überfüllt mit Autos, es gibt kaum Parkgelegenheiten und der Smog tut sein Übriges. Schon müssen Metropolen wie Stuttgart die Umwelt und Luftqualität betreffende Maßnahmen erlassen und es stellt sich die Frage, ob eigentlich der öffentliche Personennahverkehr in Form von Bussen und Bahnen eine Alternative darstellt. Dieses Credo wird von einigen Politikern seit vielen Jahren wie ein Mantra vorgebetet und selbst wenn der Bürger nicht ganz so brav wie ein Schaf reagiert, hat sich in der öffentlichen Wahrnehmung bezüglich der Verkehrsmittel einiges geändert.

Zahlen und Fahrgastzahlen

Weit mehr als 10 Milliarden Fahrten werden im Jahr mit öffentlichen Verkehrsmitteln unternommen. Pro Tag sind circa 30 Millionen Menschen unterwegs, hier konnte vor allem die Schiene zulegen. Mit dem Zug reisen heute rund 30 Prozent mehr Leute als noch vor zehn Jahren! Beim Bus im Innenstadtbereich beziehungsweise bei Straßen, U- und S-Bahnen sind die Nutzerzahlen in etwa gleich geblieben. Der Fernverkehr per Zug ging leicht zurück, aber das liegt zum einen an der regen Verbreitung von Fernbussen und zum anderen am Streckenausfall, an Verspätungen und Reparaturen an den Gleisen, so dass manche Verbindungen über Wochen oder gar Monate nicht zur Verfügung standen.

Warum diese Zunahme?

Als Ursachen für den gestiegenen Bedarf an Bussen und Bahnen sehen Forscher vor allem zwei Gründe. Zum einen sind zwar die Spritpreise gesunken und die Autos verbrauchen weniger, doch sehen vergleichsweise viele Bürger heute gar keine Veranlassung mehr, sich gerade im städtischen Bereich überhaupt ein Auto zuzulegen. Im ländlichen Raum ist das verständlicherweise ganz anders, aber in den Städten kommt dann auch noch ein neu anerzogenes oder erlerntes Umweltbewusstsein hinzu. Auch die eigentlichen Alternativen, nämlich Fernbus, Car Sharing und Mitfahrgelegenheiten tragen zum Umdenken bei und die öffentlichen Verkehrsmittel sind nur ein Profiteur dieser veränderten Herangehensweise.

Der Fernbus kommt

Beim Fernverkehr suhlte sich die Deutsche Bahn jahrzehntelang im Eigenfett und wer kein Auto hatte, musste Verspätungen, hohe Preise, versiffte Toiletten und eiskalte Bahnhofswartehallen in Kauf nehmen. Heute gibt es als Alternative jedoch die Fernbusse, seit 2013 schon, und deren Nutzerzahlen nehmen rasant zu auf mittlerweile mehr als 20 Millionen Fahrgäste im Jahr. Die Fernzüge verlieren gut 2 Prozent und oft wird zudem bei der Bahn gestreikt oder irgendein Gleis repariert, was die Menschen gleichfalls für den Umstieg auf den Fernbus als Grund anführen. Die Entwicklung läuft jedenfalls weiter in Richtung Privatisierung, doch auch bei Bus und Bahn sind automatisierte Fernsteuerungen denkbar, intelligente Verkehrsleitsysteme und vor allem auch betriebswirtschaftlich funktionierende Angebote, die bei schlechtem Service vom Kunden weit besser abgestraft werden können als beispielsweise die subventionierte Buslinie.