Busse und Bahnen, das waren neben dem Auto selbst stets Institutionen in Deutschland. Die Politik tat alles, um noch die letzte Hinterlandlinie zu subventionieren und als dann die Privatisierung etwa bei der Deutschen Bahn Einzug hielt, da waren höhere Preise und schlechterer Service auch wieder nicht das richtige. Wer heute keine Lust hat auf teures Bahnfahren, auf vollgestopfte Busse, U-Bahnen und Trams, der hat eine ganze Reihe von Alternativen im Angebot. Einige gibt es schon länger, andere wiederum sind geradezu Kinder der Digitalisierung und Globalisierung und es lohnt sich ein Blick auf die entsprechenden Offerten.

Taxis und der Wendekreis von Uber

In Deutschland tobt der Kampf zwischen dem in Lobbygruppen organisierten Taxigewerbe und freiem Unternehmertum vor allem in Form von Uber. Dieser alternative Taxidienst erlaubt die simple Eingabe der geplanten Tour via App auf dem Smartphone, es wird ein Preis errechnet, den ein in der Nähe befindlicher Uber Fahrer anbietet – fertig. Dadurch werden unzählige Leute in die Lage versetzt, Dienstleistungen zu offerieren und schon gründen sich Unternehmen, die wie Filialen von Uber ihrer Fahrer gezielt um Knotenpunkte mit potentiellen Kunden kreisen lassen. Aber das Taxigewerbe gibt nicht so leicht auf, es werden Fragen wie jene nach der Versicherung gestellt und so ist dieser Service als Alternative zu öffentlichen Bussen und Bahnen noch nicht völlig ausgereift.

Fernbusse auf deutschen Straßen

Soll es weiter weg gehen als nur von einem Stadtteil in den nächsten, dann empfiehlt sich ein Blick auf die seit 2013 in Deutschland erlaubten Fernbusse. Diese verbinden mittlerweile zu lächerlich geringen Preisen nicht mehr nur die ganz großen Metropolen, sondern fahren auch durch die sprichwörtliche Provinz. Viele Leute steigen hier gern ein, zumal an Bord der Busse ein weit besserer Service garantiert wird als etwa in der Deutschen Bahn. Kostenloses WLan, Mahlzeiten, Getränke und vor allem relativ zuverlässige Ankunfts- wie Abfahrtszeiten gefallen dem deutschen Reisenden und die Fernbusse verzeichnen jedes Jahr enorme Zuwächse.

Konkurrenzkampf: Mittlerweile gibt es allerdings auch wieder weniger Anbieter für den Fernbus und das Unternehmen Flixbus ist zum Markführer, ja fast zu einer Art Monopolist aufgestiegen. Man sollte trotzdem die Offerten vergleichen, vielleicht gibt es ja hier und da einen Discount und der Marktführer muss nicht immer die beste Leistung bieten.

Gemeinsam reisen: Die Mitfahrgelegenheit

Im Prinzip ähnelt das Ganze dem System Uber, man fährt bei einem Privatauto mit und bucht diese Tour im Vorfeld per Internet oder Telefon. Mitfahrgelegenheiten sind beliebt, weil preiswert und sozial für viele Leute interessant, schließlich lassen sich Bekanntschaften knüpfen und Reiseziele problemlos erreichen. In der Regel ist diese Form des Reisens auch weit schneller als Fernbus oder Bahn, schlicht weil die Fahrer PKWs nutzen und die sind auf deutschen Autobahnen bekanntlich ohne Limit unterwegs.